100-km-Mannschaftszeitfahren im Rossauer Wald

Am 21. Mai wurde unter Regie des RSV Hainichen und des Berthold-Teams im Rossauer Wald zum siebten Mal das 100 km lange 4er-Mannschaftszeitfahren ausgetragen. Schaut man in die letzten Jahre zurück, dann haben wir dort schon Höhen und Tiefen durchgemacht. 2014 nur vom OSC Potsdam geschlagen worden, ging es im Vorjahr mit Pech in den äußeren Bedingungen (Nässe und schmieriger Dreck auf der Fahrbahn) und insbesondere mit einem Sturz zu Beginn der vorletzten Runde durch ein tiefes Tal.

Dieses Jahr standen die beiden Michas (Kopf und Schaefer), Torsten, und Jörg am Start. Leider war die Konkurrenz wesentlich schmaler besetzt als in den Vorjahren – sehr schade für die außergewöhnliche Veranstaltung, die ein ehemaliges olympisches Format aufgreift! Hierbei sollte eigentlich jedes Team zumindest ein Mal mitgemacht haben. Bei diesmal allerbesten Bedingungen – den stellenweise ruppigen Asphalt muss man im Rossauer Wald nun mal hinnehmen – gingen wir als fünftes Team auf die Reise. Nach der ersten Runde sagten sowohl die Marschtabelle als auch die Betreuung am Streckenrand, dass wir wohl zu schnell unterwegs seien – aber das Schweizer Uhrwerk war schon eingependelt. So folgte Runde für Runde mit fast exakt identischen Zeiten. Zunächst hielten andere Teams noch recht gut gegen, aber nach dem ersten Viertel wuchs unser Vorsprung durch Gleichmäßigkeit im Tempo zunehmend schneller an. Alles schien in bester Kontrolle, der Vierer lief technisch perfekt, Flaschenwechsel klappten reibungslos, aber damit uns nicht langweilig würde, beschloss Jörgs Vorbau, sich in Bewegung zu setzen. Werkzeugannahme und Schrauberei im laufenden MZF bei 45 Klamotten – das verlangt Nerven!

Zu Anfang des letzten Rennviertels, als die Konkurrenz schon geklärt war, ging Erti, unser Betreuer des Tages, dazu über, uns auf seinen Schreibblock seltsame Ziffern zu zeigen: 2:07:30, 2:07:50, … ? OK, nun ging es um den Streckenrekord, der aus dem Vorjahr (Micha Kopf mit Tino Beck und Enrico Heinowsky) stammte und bei 2:09:20,3 lag. Also galt es, auf den letzten drei Runden nochmal alles zu mobilisieren. Jeder gab seine letzten Kräfte, so dass die letzten drei Runden noch mit einem glatten 45er-Schnitt durchgerissen wurden. Die Zielzeit wies mit 2:07:57 einen klaren neuen Streckenrekord aus. Die Physis, der Einsatzwille und die Fahrdisziplin im Team wie auch die Betreuung vom Streckenrand – alles passte einfach perfekt. Die Scharte des Vorjahres war so mehr als ausgewetzt!

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