Masters Cycling Classic in St. Johann

Da dieses Jahr die offizielle UCI-WM in Perth außer Reichweite lag, wurde die “inoffizielle Masters-WM” in St. Johann angesteuert. Gleich in drei verschiedenen Klassen konnten unsere Fahrer antreten: 40-44, 45-49 und 50-54. Torsten Kunath und Maik Beer hatten ihr Rennen über zwei Runden (80 km) am Freitag. Micha Kopf startete am Samstag in der 40-44er-Klasse über drei Runden (112 km), 10 min später aber über die gleiche Distanz dann Micha Schaefer und Jörg Pacher in der 45-49er-Klasse.

International besetzte Felder mit teils bekannten Namen versprachen spannende Rennen auf dem mit zwei Anstiegen gespickten Rundkurs. Gleich 2 km nach dem Start (und in den Folgerunden wieder) war die stufig ansteigende Huberhöhe zu erklimmen – traditionell der beste Spot für Zuschauer aber auch zur Verpflegung der Fahrer. Nach Abfahrt und kurzem Flachstück ist in Schwendt der zweite nennenswerte Anstieg, gefolgt von einer flotten Abfahrt  nach Kössern und dem fast unmerklich aber stets ansteigenden Rückweg nach St. Johann. Die Wetterbedingungen waren hochsommerlich mit Sonne, Hitze und wenig Wind – eine gut laufende Versorgung mit Trinkflaschen war also erforderlich.

Am Freitag ging es für die Älteren in der Mittagshitze los. Schon am ersten Anstieg zur Huberhöhe nach zwei Kilometern wurde scharf Gas gegeben und eine vier Fahrer umfassende Gruppe löste sich im oberem Teil – darunter auch die beiden späteren Erstplatzierten. Torsten trat 100 Meter vor der Kuppe aus dem Feld an und schloss alleine die Lücke, jedoch lief die Gruppe nicht harmonisch und nach wenigen Kilometern war das Feld wieder herangekommen. Nach der Spitzkehre hinter Kössen trat der Altmeister Christian Eminger an und es bildeten sich mehrfach kleinere Gruppen, in denen auch Maik und Torsten wechselseitig oder auch gemeinsam vertreten waren. Letztlich lief aber das Feld immer wieder heran. Als es das zweite Mal auf die Huberhöhe ging, war es wieder Eminger, der mit drei Fahrern einen leichten Vorsprung herausfuhr, aber im Laufe des Anstieges wurden bis auf einen Fahrer alle wieder eingeholt. Maik fuhr im letzten Stück gut von vorn und Torsten ließ die Lücke aufgehen. Ein Holländer sprang noch vor, und so bildete sich eine Dreiergruppe mit Maik, die erstmals gut lief.  Auf den nächsten Kilometern wurde das Tempo im Feld immer wieder durch Torsten verschleppt, der Gegenwind nach Schwendt kam helfend hinzu und in Schwendt hatte Maik mit seinen beiden Begleitern schon einen Vorsprung von 1,5 Minuten. Das sollte reichen! Am Ende pokerten Maiks Begleiter in der Zielanfahrt, Maik übernahm die Führung und wurde im Sprint Dritter hinter dem Holländer Edwin Ophoff und dem Italiener Walter Basili. Torsten kam später im Feld auf den 9. Platz. Also ein guter Einstieg mit dem ersten Podestplatz für unser Team bei Maiks erstem Start in Tirol! Danke an Erti für die gute Betreuung und die perfekte Flaschenübergabe! Der sommerliche Abend wurde genutzt, um im Garten unserer Pension Edelweiß noch etwas zu Grillen und zu Feiern, bevor es zur abendlichen Siegerehrung nach St. Johann ging.

Der Samstag begann ruhig mit Nummernabholung und Herumdösen im Schatten. So spät als möglich wurden die kühlen Zimmer verlassen und der Startbereich in brütend heißem Mittagswetter angesteuert. Für Micha Kopf war der Start um 13:10 Uhr – das Rennen wollte aber gar nicht so richtig in die Gänge kommen. Ständiger Wechsel aus Attacken und Bummelei – es kam kein rechter Zug in die Gruppen. In der zweiten Runde ging eine Gruppe weg – Micha zunächst aber nicht dabei. Erst später ging noch eine weitere Gruppe, darin nun auch Micha. Man schloss zur Spitze auf und die Karten waren neu gemischt. Andreas Feistel, der Drittplatzierte der DM-Berg hielt am Berg das Tempo hoch und die Gruppe dezimierte sich bis zur Schlussrunde auf nur noch drei Fahrer, von denen sich allerdings allerdings der Belgier Kenneth Merken kaum mehr an der Führungsarbeit beteiligte. So lief die Gruppe bis zur Zielanfahrt unharmonisch, wobei Versuche, den Belgier mit wechselseitigen Attacken abzuschütteln, ihr Ziel verfehlten. In der Zielanfahrt widerfuhr Feistel noch ein Missgeschick, als er in die falsche Richtung abbog. Der Belgier nutzte den Moment der Unsicherheit, beschleunigte innen scharf und kam so einige Sekunden vor Micha ins Ziel, der sich bei seiner ersten Teilnahme in St. Johann den Silberrang sicherte.

In der Gruppe von Jörg und Micha ging es anfangs auch erst mal zögerlich los – die Huberhöhe wie auch Schwendt brachten keine entscheidenden Vorstöße. Kurz nach der Zeitfahrwende aber kam es zu einer Attacke, bei der der Zeitfahrsieger Scottie Weiss (USA), Alexander Bauer (Lexxi) und Markus Swassek (Baier Landshut) einem Ausreißer nachsetzten. Die Situation erkennend war auch unser Micha Schaefer sofort mitgegangen, während Jörg die Lücke öffnete. Der Ausreißer war bald gestellt – und auch gleich wieder abgestellt. Ein Mal Schwung aufgenommen und mit Lücke vor dem Feld liegend legten die vier Fahrer ihre Zeitfahrqualitäten zusammen und donnerten in den folgenden 20 Minuten mit Tempo 47 vom Feld weg. Eingangs der zweiten Runde standen bereits 2 Minuten Vorsprung zu Buche. Die Hügel wurden nun gleichmäßig erklommen, so dass die Versorgung mit Trinkflaschen und Kühlwasser problemlos war (danke an unsere Helfer Maik und Torsten!). An Kuppen und im Flachen wurde hingegen sofort wieder Tempo aufgenommen. Ende der zweiten Runde waren es dann 5 Minuten Vorsprung, die in der Schlussrunde sogar noch weiter ausgebaut wurden. In der Zielanfahrt war Scottie Weiss am cleversten. Von hinten mit Schwung kommend eröffnete er einen knapp 400 m langen Zielsprint. Alexander Bauer und Micha kamen zwar fast noch heran – aber fast ist eben nicht ganz. So siegt Weiss (USA) verdient vor Bauer und unserem Micha auf dem dritten Podestplatz. Markus Swassek konnte nach der 90 km langen Fahrt in der Fluchtgruppe nicht mehr in die Sprintentscheidung eingreifen und rollte als guter Vierter über den Zielstrich. Jörg holte sich mit dem Sprintsieg in seiner Gruppe hinter zwei Polen, die sich in der Schlussrunde noch absetzen konnten, den 7. Rang.

Insgesamt konnten wir eine sehr schöne Bilanz vorweisen: in drei Rennen kamen drei Podestplatzierungen heraus und es fuhren alle gestarteten Teamfahrer in die top-10.

Die Ergebnisse aller Rennen sind zu finden unter: http://www.masterswm.org/de/ergebnisse-2016

Vielen Dank für die schönen Bilder an Uwe Friedrich!

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