UCI-WM- Masters in Albi ( Frankreich) 24-27.08.2017

Den weiten Weg nach Südfrankreich nahmen fünf qualifizierte Teamkollegen in Angriff, um in drei Klassen an den Start zu gehen. Micha Schaefer, der frischgebackene Deutsche Meister, war nach einem Abstecher in die Berner Alpen, wo er noch einmal Höhentraining absolvierte, als erster vor Ort. Die Form war optimal, jedoch litt er seit einiger Zeit unter Rückenbeschwerden. Diese sollten sich vor Ort verschlimmern und stellten sich als Bandscheibenvorfall heraus. Anhand der Schwere des Syndroms musste er nun leider die Entscheidung treffen, die Vernunft und die Gesundheit obenan zu stellen und schweren Herzens auf einen Start zu verzichten.

In seiner Klasse M 50 wollten wir zu dritt mit Jörg Pacher und Torsten Kunath am Start sein und für Micha fahren, da er der einzige von uns dreien war, der sich auf diesem schwerem Kurs eine realistische Chance auf das Podest ausrechnen konnte. Leider kam es anders.

Unser zweites heißes Eisen war Micha Kopf, der in der 40er Klasse schon am Donnerstag in Albi die 22,4 Zeitfahrkilometer in Angriff nahm. Einen kompletten Renntag lang starteten im 30s-Takt die Fahrer von der Rampe auf der Autorennstrecke in Albi. Micha Kopf wollte da mal versuchen, was trotz Rennprogramm geschuldetem reduziertem Spezialtraining in dieser Disziplin möglich war. Jörg und Rigo übernahmen bei 35° die perfekte Betreuung bei der Vorbereitung, dem Rad-Check-in und der Beruhigung des nervösen Rennpferdes. Nach zweifacher Vermessung des Rades ohne Bemängelung und Überprüfung auf einen eingebauten Motor wurde man dann auch zum Start zugelassen. Schmale, kurvige Straßen, auf denen fast kein Meter wirklich eben war, sollten für eine sehr unrhythmische Fahrt sorgen. Am Ende sprang deutlich die schnellste Zeit aller deutschen Starter über alle Altersklassen heraus und ein vierter Platz in der AK 40-44. Um 8s an der Bronzemedaille vorbei. Das war schon mal mehr als man erwarten durfte.

Die nächsten Tage verbrachten unsere Protagonisten wegen der hohen Temperaturen eher nur ruhig und kurz auf dem Rad. Dafür wurde die Gegend um Albi und auch die wunderschöne Stadt selbst erkundet und versucht, den südlichen Lebensrhythmus etwas zu leben.

Sonntag war dann das 155km Straßenrennen mit knapp 2000 Höhenmetern. Bereits die Besichtigung der Strecke ließ erahnen, dass das kein Spaziergang werden würde. Rigo stand in der AK 45-49 am Start, Jörg und Torsten in der AK 50-54 und Micha in der AK 40-44. Eine Stunde vor dem Start musste man sich zum Vorstart in einer schmalen Gasse in Albi einfinden. Bunt gemischt alle 3000 Starter alle Alterklassen zusammen. Im Abstand von 7min wurden die Altersklassen dann in den Startbereich gerufen. Auch hier wieder Motorkontrollen und auch das UCI Mindestgewicht wurden kontrolliert. Nicht alle Fahrer/innen konnten diesen Test bestehen, was zeigt, dass solche Kontrollen sehr sinnvoll sind! Im Rennen der AK 40 wurde nach 10km neutralisiertem Start dann auch gleich das Rennen eröffnet. Eine Attacke jagte die Nächste. Bereits nach rd. 25km setzten sich zwei Fahrer ab. Diese Lücke konnten dann ein norwegischer Fahrer, ein Belgier und Micha schließen, woraufhin Akihiro Takaoka an der folgenden Rampe direkt drüberzog. Der Norweger und der Belgier fielen daraufhin zurück. Es folgte ein heißer Ritt der Dreiergruppe. Bereits nach 50km waren die 7 min auf die AK 35 und nach 100 km die 14 min auf die Hauptklasse aufgefahren, was zu einer bunten Durchmischung aller Felder führte, die 3 AK40er immer vorne weg, um ein Auffahren des AK40-Feldes zu verhindern. Der ehemalige Pro-Tour Fahrer Samuel Plouhinec hatte den Sprung an die Spitze inzwischen ebenfalls geschafft. Nachdem er in Dänemark noch mit über 6 min Vorsprung den Titel erringen konnte, durfte man den inzwischen zu den besten französischen Amateuren zu zählenden Fahrer als großen Favoriten betrachten, der bereits das Zeitfahren mit großem Vorsprung vor allen anderen Fahrern gewann. An einer der unzähligen Wellen setzte er sich dann von den 3 anderen Fahren ab. So ging es im Zielsprint auf der Autorennstrecke im Sprint noch um Platz 2-4. Micha konnte sich auf Platz 3 die Bronzemedallie sichern! Seine AK 40 fuhr über alle Klassen mit einem knappen 42er-Schnitt die mit Abstand die schnellste Zeit über die 155 Kilometer.

Unsere anderen Jungs konnten in ihren Rennen an den langen Anstiegen das Tempo der Schnellsten nicht mitgehen und waren nach gut vier Stunden glücklich über den Erfolg von Micha. Rigo kam in der Klasse M45 auf Platz 93, Torsten und Jörg in der M50 auf Rang 37 und 44 ein unter jeweils über 350 gestarteten Teilnehmern.

Nach ausgiebiger Siegerehrung konnte dann in das gewohnte Abendprogramm übergegangen werden. Gemeinsam in eines der vielen fantastischen Restaurantes einkehren, den Tag feiern und das Essen genießen. So hatten wir neben den Rennen auch einen tollen Kurzurlaub.

Wieder zu Hause erwartete uns noch eine freudige Überraschung. Unser Sponsor Peter Schmidt überreichte Torsten einen Scheck über 500,- EURO in Anerkennung unserer Leistungen bei der Masters WM.

Die nächste WM findet in 2018 in Varese (Italien) statt. Wir haben den Termin schon im Blick.