DM Masters in Görlitz – Wir haben wieder einen Meister!

In den letzten beiden Jahren stellten wir mit Christian Weinhold und Michael Schaefer jeweils einen Sieger in Görlitz, der traditionellen Meisterschaft rund um die Landeskrone. Natürlich waren wir motiviert, wieder ein Meistertrikot zu holen. Wegen der frühen Startzeit reisten die 3er Masters schon am Vortag mit Micha Kopf im Gepäck an und hatten noch einen entspannten gemeinsamen Abend an der Oder-Neiße-Friedensgrenze in Görlitz.

Am Renntag starteten zuerst Vorjahressieger Michael Schaefer, Jörg Pacher, Harry Kühnelt, Bernd Weinhold und Torsten Kunath über die 86 Kilometer in 5 Runden. Wir wollten aktiv das Rennen gestalten und zogen schon in der zweiten Runde mit Bernd, Torsten und Micha von vorne über den Schlaurother Berg. Da das Feld durch Görlitz wieder zusammenlief, wurde von uns in der nächsten Runde wieder am Berg Gas gegeben und oben gab es auch schon eine Selektion, die jedoch keinen Bestand hatte. In den Runden gab es immer mal wieder einzelne Ausreißer oder Doppelspitzen, mehrfach dabei Alberto Kunz (il Diavolo Pure White Team ) und auch Andreas Vach (Adam Donner Master-Team ). Jedoch wurden die Gruppen auch durch unsere Arbeit vorn im Wind immer wieder eingefangen. Auch eingangs der letzten Runde waren wir am Berg mit Micha, Jörg und Torsten beim Gasgeben dabei, konnten jedoch die erhoffte Gruppe nicht reißen. In der letzten Runde versuchte sich Heiko Gericke zuerst als Solist und später fuhr Andreas Vach mit einem schnellen Solo hinterher. Im Feld konnte/ wollte gerade keiner fahren und so fuhr der Mann vom Donner Master Team zu Gericke auf und vorbei und baute seinen Vorsprung auf 40 Sekunden vor dem Feld aus. Mit starker Leistung konnte er den Abstand bis zum Ziel halten und das Rennen gewinnen. Im nachfolgendem Spurt des Feldes hatte Rainer Beckers vom gleichen Team die schnellsten Beine vor Altmeister Ralf Keller. Unser Harry Kühnelt wurde Vierter und erreichte damit die beste Platzierung in dieser Klasse. Knapp am Podest vorbei geschrammt ruhten nun unsere Hoffnungen auf unseren jüngeren Kollegen um Micha Kopf, der im letzten Jahr an gleicher Stelle noch aussichtsreich in der Spitzengruppe fahrend wegen Rückenproblemen aussteigen musste.

Hier sein Rennbericht :
Am Anfang des Rennens galt es möglichst effizient vorne im Feld platziert zu sein ohne viel Kraft zu lassen, was durch gute Teamleistung auch gelang. Das erste Mal Spitzkehre rum riss das Feld hinter mir dann direkt schon mal. Also erstmal ein bisschen GA2 fahren – so, dass es flott vorangeht, ohne dass es wirklich wehtut – und schauen was passiert. Es war aber offenbar noch zu früh, also rollte alles erstmal wieder zusammen. Das Team machte weiter wie zum Anfang, aber die weiteren Attacken ließen nicht lange auf sich warten und so ging beim nächsten Mal am Verpflegungshügel (Schlaurother Berg) der amtierende Meister Markus Westhäuser gleich mal voll unten rein und ich – weil´s grade so schön war – oben dann gleich mal weiter. Damit war die Gruppe des Tages eigentlich auch schon fast gebildet. Hanno Rieping, Marcus Rummel, Markus Swasseck, Mirko Brauns, Axel Hauschke und ich hatten sich gelöst und zogen durch. Der Vorsprung wuchs schnell an und so war klar, dass es diese Fahrer unter sich ausmachen würden, zumal richtig Zug drin war. Hendrik, Rigo und Christoph kontrollierten die Situation im Feld. Nach und nach zog es dem einen oder anderen Fahrer unterwegs den Stecker, so dass Hanno, Markus W. Marcus R. mit mir zusammen in die letzte Runde gingen. Thomas Ertl hatte bereits im Vorfeld psychologische Grundlagenarbeit betrieben: “bergauf im Sprint schlägt Dich da keiner” lautete die Marschroute. Also warten. Gut, ein bisschen vorkochen war auch dabei. Beim letzten Mal Schlaurother Berg musste Marcus Rummel reißen lassen, so dass der Sprint unter den letzten drei Fahrern auszufahren war. Markus von vorne, Hanno in Lauerstellung und so blieb ja nur der Platz ganz hinten für mich übrig. Der Rest ist schnell erzählt: 150 m-Marke, Sprinteröffnung von ganz hinten, Überraschungsmoment nutzen und dann durchziehen. Und dann wars auch schon vorbei. Nach zwei Anläufen ohne das Ziel zu sehen, nun endlich gegen ganz starke Gegner den Titel gewonnen. Hendrik konnte sich noch Platz 8 im Sprint der folgenden Gruppe sichern, Christoph kam als 37. ins Ziel, Rigo strich nach erfolgreicher Arbeit in der vorletzten Runde die Segel.

Alles richtig gemacht von unseren Youngstern! Somit freuen wir uns sehr über den dritten Meister in unserem Team im dritten Jahr in Folge!!! Nach erfolgter Dopingkontrolle schnitt Micha die Siegertorte an und wir saßen noch in geselliger Runde mit unseren betreuenden Frauen zusammen. Ein Kompliment geht an den Veranstalter für eine bestens organisierte Meisterschaft, die auch im nächsten Jahr wieder in Görlitz stattfinden wird. Wir kommen wieder!

Bilder : Jürgen Ulms und eigene