UCI WM Masters in Varese – TT mit Gold und Bronze!

Die Zeitfahrfraktion der Jenatec-Lawi-Masters um Amelie, Jörg und Micha Kopf reisten schon am Montag an, um die lange Anreise bis zum Start zu verdauen und die Strecke unter die Lupe nehmen zu können. Wo dann schon reichlich Material vor Ort war, wurde dann auch reichlich durchgewechselt und probiert. Am Ende kam ein erstaunlich einiges Ergebnis über die schnellste Materialwahl zum Vorschein: da die Starts so gelegen waren, dass man locker zwischendurch tauschen konnte, entschieden sich alle für das Gleiche. Ansonsten galt es, das Platzangebot der spartanischen Ferienwohnung auszunutzen wo es ging. Schrauben, Nudeln kochen, Nudeln essen und Kaffee trinken … was man halt so macht. Das Wetter war genial und die Testzeiten auf der Strecke waren im Vergleich zum Qualirennen im Jahr 2017 schon fast unglaublich schnell. Auf Strava konnte man sich täglich anschauen, wer da schon alles so am probieren und Eintakten war.
Amelie war am Renntag gleich morgens als erste dran. Aufgrund der schon bekannten Verkehrssituation in Varese wurde das Warmfahren auf die Rolle verlegt. Hier mussten dann zum Austarieren der selben schon ALLE Register gezogen werden, die die Wohnung zu bieten hatte. Nach Amelies Start liefen auf dem Zeitenmonitor die Zeiten auf, die Spannung stieg. Zieleinlauf – Knie blutig? Die Zeit war schnell. Sehr schnell. Bis dahin die schnellste aller AK35/39-Frauen. Rad abgenommen, Krankenwagen, Wundversorgung, kurzer Bericht. Sturz gleich nach einem Kilometer an einer Stelle, die man im Training nie Vollgas besichtigen konnte, weil im Verkehr gelegen. Im Rennen dann 50 km/h schnell, da sah die Kurve schon ganz anders aus. Aufsteigen, Weiterfahren und … es fuhr auch keine mehr schneller. Weltmeisterin! Unglaublich!
Angesichts des noch ausstehenden Programms vorerst nur kleine Party, Jörg war 2 Stunden später dran. Also zurück zur Ferienwohnung, selbes Procedere für Jörg. Amelie fuhr mit ihm zum Start, Micha durfte auf die Rolle, viel Zeit blieb auch da nicht mehr …
Jörg fuhr rund 2 min schneller als noch im Vorjahr beim Qualifier. Was führ eine Verbesserung! Wie hoch das Niveau war, zeigte sich daran, dass er trotz der hervorragenden Leistung auf Platz 20 landete. Was das Training und die Zeit wert war, zeigte sich in den folgenden Wochen, wo er zwei Zeitfahren in der Mastersklasse eindrucksvoll gewinnen konnte.
Micha war in der Zwischenzeit zum Start gerollt, die einhellig gewählten Laufräder wurden durchgetauscht und dann gings auch schon los. Erti an der Zwischenstation zeigte Abstände auf vorher gezeigte Fahrer, das Rennen lief gut. Zieleinfahrt, alles rausgehauen … vorerst Bestzeit. Andrej Gucek und Matthew Smith fuhren danach beide noch 6 s schneller. Bronze. So konnten wir am Abend alle zusammen zur Siegeehrung auf dem Marktplatz von Varese gehen, wo die deutsche Mannschaft mit Alberto Kunz und Adelheid Schütz (beide Silber) noch zwei weitere Medallien einfahren konnten.

 

Beim Strassenrennen über 125 km und 2000 Höhenmeter waren in allen Altersklassen große Starterfelder gemeldet. Bei den Masters M50 mit 420 Startern fährt Micha Schaefer ein klasse Rennen in der Spitzengruppe. Aus dieser lösen sich der Kanadier Bruce Bird und der Italiener Emanuele Motta und der Kanadier gewinnt zum dritten Mal WM-Gold. Im Spurt knapp von Stefano Nicoletto, dem Vorjahressieger des Granfondo Varese geschlagen kommt Micha auf dieser mit anspruchsvollen Anstiegen und technisch schwierigen Abfahrten gespickten Strecke auf Platz 4! Torsten Kunath hat nicht die besten Beine und kommt in einer Gruppe mit dem Deutschen Meister Andreas Vach und St. Johann TT-Sieger Alexander Bauer auf Rang 43. Jörg Pacher ist am Anfang gut vorn mit dabei, stürzt aber leider in der ersten Abfahrt und muss mit leichten Verletzungen das Rennen aufgeben.
In der M55 fährt Bernd Weinhold ein solides Rennen und kommt auf Rang 51 unter 270 Finishern aus aller Welt.
Unser Deutscher Meister Micha Kopf hat nach ZF-Bronze sicher die Form für ganz vorn in seiner Klasse M40, jedoch von Anfang an Rückenschmerzen und kann leider nicht voll angreifen. Er beendet trotzdem das Rennen im vorderen Feld.
Unsere frischgebackene TT-Weltmeisterin Amelie Kolweyh ist mit Platz 5 aus der vordersten Gruppe der W35 wieder ganz vorn in der Weltspitze dabei!
Der Support auf der Strecke durch Teammanager Thomas Ertl hat perfekt geklappt!
Es war ein erfolgreiches  Wochenende mit viel Teamspirit. Wir haben aber auch gemerkt, das das internationale Niveau im Radsport weiter gewachsen ist. Podestplätze sind nur mit großem Talent und aufwendiger, optimaler Vorbereitung machbar.