Auf Sommermärchen folgt goldener Oktober

Die Saison hatte nach dem erneuten “Weiterreichen” des Meistertitels DM Straße und den Medaillen und Platzierungen bei der UCI-Weltmeisterschaft in Varese ein Sommermärchen. Zwar könnte man meinen, dass im September die Saison schon vorüber sei, aber weit gefehlt: die Jenatec-Renner blieben am Ball. Während Jörg und Micha K nochmals den weiten Weg nach Varese für eine erfolgreiche WM-Qualifikation 2019 im EZF unternahmen, probierten sich Torsten und Micha S. an den Bergen. So kam es bei der sächsischen Landeverbandsmeisterschaft Berg und vor allem im Abschlussrennen der Saison noch zu einem “goldenen Oktober”. Eingebettet in das Abschlussrennen der U19-Bundesliga wurden zum Saisonende am Bilster Berg die nationalen Titel der Bergfahrer in der U19 – aber auch in den Masters-Klassen 2 und 3 ausgefahren. Der Rennkurs ist eine 4,2 km lange, private Teststrecke für Rennautos und -motorräder, die mit reichlich Kurven und Kuppen aufwartet. Pro Rennrunde hat man dort knapp 100 Höhenmeter zu überwinden, die sich ein einen langen Zieher und zwei kurze Wellen gliedern.
Torsten und Micha Schaefer hofften, bei gutem Rennverlauf eine Chance auf Platz 3 zu haben. Die Anreise war am Vortag erforderlich wegen einer Startnummernvergabe am Vorabend notwendig. Dort versuchte man noch gemeinsam mit Andreas Vach die Organisatoren zu überzeugen, dass man die Senioren etwas hinter den Junioren auf die Strecke lassen solle, damit weniger wechselseitige Rennbeeinflussung geschieht. Der Bitte wurde letztlich aber vom WA nicht stattgegeben, so dass am Renntag ein gemischtes Peleton mit insgesamt 120 Fahrern, darunter 90 U19-Bundesligisten, den Wellen die rechte Schärfe geben sollte.
Die Meldeliste der Sen-2 und Sen-3 war mit je ca. 15 Fahrern zwar nicht lang, dafür aber mit reichlich Qualität gespickt: am Start standen nicht weniger als sechs amtierende bzw. ehemalige Deutsche Meister der Disziplinen Straße, Berg, Cross und MTB, die insgesamt über 15 Meistertitel auf sich vereinigen. Besonders zu beachten waren in der Sen-3-Klasse natürlich der Titelverteidiger und 4-fache DM Matthias Lastowsky, Ralf Keller, Lars van der Sloot, die Seriensieger Matthias Sterly und Stefan Steiner sowie der amtierende Deutsche Meister Straße Andreas Vach.
Nach Übernachtung in einer Ferienwohnung in Nieheim und einem improvisierten Frühstück mitten in der Nacht froren wir uns um 7:45 Uhr bei 5°C, tief hängenden Wolken, straffem Nordostwind und ein Paar Regenspritzern im Startbereich erst mal den Allerwertesten ab. Mit dem Startschuss um 8:30 Uhr war es dann schnell vorbei mit dem Frieren. Nach einigen noch moderaten Einführungsrunden wurde es in der 5. und 6. Runde am längeren Hauptanstieg richtig schnell. Das führte dann auch zu einer ersten Selektion mit einer Feldtrennung, die in der Abfahrt hinter der Mausefalle nicht mehr zusammenlief. Wer nicht rasch nach vorn orientierte, wurde bereits hier abgekoppelt.
Micha konnte den Anschluss an die Spitze halten. Danach folgte eine etwas gleichmäßigere Rennphase. in der die Übersicht ergab, dass mit Micha nur noch die Top-Favoriten Matthias “Lasse” Lastowsky, Ralf Keller und Lars van der Sloot als 3er-Master im vorderen Feld geblieben waren. Eine weitere Selektion folgte in Runde 13. Micha konnte auch hier mitgehen und reihte sich nun ebenso wie Lasse weiter vorn ein, um keine weiteren Überraschungen mehr zu erleben. Ralf Keller und Lars van der Sloot verloren hier offensichtlich den Anschluss, so dass in dem auf knapp 60 Fahrer geschrumpften Feld nur noch zwei Sen-3- und fünf Sen-2-Fahrer verblieben. In Runde 17-18 wurden die Fahrer des zweiten Feldes überrundet und es strahlten jeweils einige Junioren vorn heraus, was das Tempo wieder anheizte und Attacken von Masters-Fahrern unterband. So kam es zur Sprintentscheidung, in der Micha mit zwei Radlängen vor Lasse gewann. Bereits mit einer Runde Rückstand kam Ralf Keller vor Lars van der Sloot auf den verbleibenden Podiumsplatz. Im zweiten Feld platzierten sich Matthias Sterly vor dem amtierenden Straßenmeister Andreas Vach und Torsten, der damit Platz 7 verbuchte. Der goldene Oktober bescherte somit dem Team den insgesamt vierten Deutschen Meistertitel – ein wunderschöner Schlusspunkt der langen und erlebnisreichen Saison 2018.

 

Links:
Video, in dem der Rennverlauf gut nachvollziehbar ist
Ergebnisliste Sen-III
Ergebnisliste Sen-II