World Master Games Turin 2013

Vom 02.08. bis 11.08.2013 fanden in Turin die 8. World Masters Games statt. Diese gelten als Olympische Spiele der Masters-Athleten und werden aller 4 Jahre ausgetragen. Bei der diesjährigen Austragung fanden Wettkämpfe in 30 Sportarten statt.

Für das Team war diesmal nur der Verfasser als Einzelkämpfer am Start. Generell waren im Radsport wenig deutsche Sportler anwesend. Es waren aber auch bekannte Namen in der Starterliste zu finden, z.B. mit Petr Cirkl der Zweite der diesjährigen Tirol-Rundfahrt oder mit Alexander Bauer der amtierender Zeitfahr-Weltmeister 2012 und Europameister 2013.

Alle Rennen fanden im/um den Park del’ Valentino in Turin statt. Die Organisation war italienisch “entspannt”, d.h. irgendwie ging immer alles. Die Absperrung der Strecken war tadellos, eine große Zahl von Polizisten machte alles dicht. Teilweise wurden auch Hauptstraßen komplett gesperrt, was zu größeren Hupkonzerten seitens der Autofahrer führte, aber das war wohl eher normal.

Rennen 1: Criterium

Criterium bedeutete in diesem Fall Rundstreckenrennen auf Endspurt über 6 Runden auf einen 4,5 km langen Rundkurs. Die Strecke war geprägt von vielen Kurven auf holprigrem Untergrund. Unglücklicherweise wurde ein Teil der Strecke in beiden Richtungen befahren, was eine Absperrung der beiden Hälften durch Metallgitter erforderlich machte.

Am Start waren ca. 90 Fahrer der Altersklassen 40+ – 50+. Angesichts des großen Feldes und Streckenführung war die Devise, möglichst weit vorn zu fahren und sich von der Absperrung fern zu halten.
Das funktionierte auch ganz gut. Vorn war ein relativ entspanntes Fahren, während es weiter hinten zu mehreren Stürzen kam, weil Fahrer in die Absperrung gerieten.

Die Ukrainer waren mit einer großen Mannschaft am Start und versuchten, dies auch mit wechselseitigen Attacken auszunutzen. Es schien also eine gute Idee, bei diesen mitzugehen, und dann auf das Bremsen der anderen Ukrainer zu hoffen. Gesagt, getan. Leider waren sich die Ukrainer untereinander offsensichtlich auch nicht einig, sie setzten nämlich ihren eigenen Fahrern hinterher!?

Zur Hälfte des Rennen machte sich Petr Cirkl aus dem Staub, eine Runde später folgte ihm Alexander Bauer. Das Feld reagierte bei beiden nicht, so daß beide Fahrer souverän den Sieg in ihrer Altersklasse herausfahren konnten.

Zwei Runden vor Schluß machte dann noch ein Fahrer neben mir “Bekanntschaft” mit der Absperrung. Glücklicherweise war ich vom folgenden Massensturz nicht betroffen, der Mut zum Risiko hielt sich danach aber in Grenzen, so daß ich mir die Positionskämpfe der verbliebenen Gruppe von hinten ansah und im Endspurt in meiner Kategorie wenigstens noch einen Top-10 Platz erreichte.

Rennen 2: Zeitfahren

Das Zeitfahren wurden auf Teilen des Rundkurses vom Vortag ausgetragen. Dadurch wurde es zu einer sehr technischen Angelenheit mit vielen Kurven, darunter zwei Spitzkehren bergab. Durch die mäßigen Straßenverhältnis waren auch einige Fahrer von Reifenschäden betroffen. In den Alterklassen 40+ – 50+ waren ca. 170 Fahrer am Start.

Diesmal war ich nicht allein angereist. Zusammen mit Axel Sinske gab es eine Mini-Fahrgemeinschaft.

Durch unsere fortgeschrittene Ortskenntnis konnten wir uns einen strategisch günstigen (=schattigen) Parkplatz sichern. Damit wurde das Warmfahren auf der Rolle zu einer nicht ganz so schweißtreibenden Angelegenheit. Leider waren wir relativ weit vom Start entfernt, so daß uns eine geringfügige Startverzögerung von ca. 40 min entging.
Warmhalten war bei 30° nicht wirklich ein Problem, es machte sich nur langsam Hunger breit. Eine Cola vor dem Start mußte schließlich reichen.

Das Zeitfahren selbst lief in erwarteten Bahnen. Der Sieg in der Kategorie 45+ ging überlegen an Alexander Bauer. Für micht reichte es letztendlich erneut zu Platz 10. Auf Platz 6 fehlten ca. 10 sec, die ich wahrscheinlich eingebüßt habe, als ich zweimal in einer Spitzkehre fast in der Absperrung “geparkt” hatte.

In der Kategorie 50+ ging der Sieg ungefährdet an unseren Freund Axel Sinske!

Rennen 3: Straßenrennen

Der bekannte Rundkurs vom Zeitfahren wurde für das Straßenrennen um zwei Schleifen erweitert, damit ergab sich eine Runde von ca. 11 km Länge, die 6 mal zu durchfahren waren.
Scharfrichter war nach 2km ein ca. 300 m langer Anstieg mit bis zu 14% Steigung, gefolgt von einer ähnlichen steilen Abfahrt, garniert mit einer 180° Kurve am Ende.

Angesichts der großen Starterfelder wurde das Rennen der Kategorie 50+ separat ausgetragen, am Start waren dann ca. 100 Mann. Bis zur ersten Abfahrt wurde das Rennen neutralisiert, bergauf war das aber nicht wirklich zu spüren.

Direkt nach dem scharfen Start attackierten zwei Fahrer, die allerdings aus der Kategorie 40+ waren. Das Feld ließ die beiden gewähren und lieferte sich nur am Berg Scharmützel, der Rest der Runde wurde im wesentlichen mit gegenseitigem Beäugen verbracht.
Nach zwei Runden kam dann noch Erschwernis von oben, es begann zu regnen. Das machte das Fahren teilweise zu einer rutschigen Angelegenheit, insbesondere in der Abfahrt. Es wurde aber sauber gefahren, alle “trugen” ihr Rad gleich langsam um die Kurven.

Nach 3 Runden hatte dann Petr Cirkl genug vom Einerlei im Feld und machte sich auf die Verfolgung der beiden Spitzreiter. Er konnte sie auch ein- und überholen und gewann schließlich als Solist das Rennen.

Durch die Attacken am Berg reduzierte sich die Verfolgergruppe auf ca. 20 Fahrer, die sich zum Endspurt rüstete. Da konnte ich Platz 7 belegen.